Familienname Rumstedt

 

 

Ahnenforscher Dr. jur. F. C. Ramstedt

Der Historiker Dr. jur. Friedrich Constantin Ramstedt (*1902 Münster/Westf., 1967 Berchtesgaden), Sohn des bekannten Mediziners Dr. med. Conrad Ramstedt , hat sich die Frage nach der Bedeutung und Herkunft seines Familiennamens ebenfalls gestellt und dazu umfangreiche Recherchen angestellt.

Mir liegen folgende Veröffentlichungen vor:

  1. Artikel im "Lexikon deutscher Familien" (S. 186 - 189), 1928,
  2. Beiträge zur Genealogie des Geschlechts Ramstedt, Selbstverl., 1929,
  3. Ramstedt'sches Geschlechterbuch, Verlag F. C. Ramstedt, 1934.

Anhand der Schriften von Dr. Ramstedt habe ich eine Nachfahrenliste erstellt.

In seinem im "Lexikon deutscher Familien" erschienenen Artikel erwähnt er eine weitere Schrift, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abgeschlossen war: Die Ramstedts aus Thüringen. Ob er diese Arbeit abschließen und veröffentlichen konnte, habe ich bisher nicht in Erfahrung bringen können.

Ich fasse aus seinen Schriften zusammen: Die Familie stammt ursprünglich aus Thüringen. Der Name findet sich im 16. und 17. Jahrhundert in der Schreibweise Rom(b)stedt, seltener Ram(b)stedt. Im 18. Jahrhundert herrscht Ramstedt vor, woraus um die Mitte des 19. Jahrhunderts Rammstedt wird. In neuerer Zeit wird jedoch wieder die alte Schreibweise Ramstedt bevorzugt.

Als Stammeltern hat er ermittelt: Johann Romstedt, Leineweber und Schulmeister zu Isserstedt und Frankendorf, *?, 1664 Oberndorf b. Weimar, oo Katharina Woch, *?, 1670 Oberndorf. Er vermutet eine Verwandschaft zwischen Katharina Woch und Peter Paul Woch, der zu den Stiftern der Kanzel in der Kirche zu Großromstedt gehört.

Seiner Meinung nach weist der Familienname auf die Dörfer Groß- und Klein Romstedt, welche etwa in der Mitte zwischen Weimar, Apolda und Jena liegen und im Mittelalter zu der Gräflich Kirchbergschen Herrschaft Capellendorf gehörten.

Dr. Ramstedt schreibt, der Ortsname Romstedt wird sprachlich in der bisherigen Literatur nicht erklärt. Durch ihn getätigte Privatanfragen ergaben sich für die Deutung drei Möglichkeiten:

  1. Archivrat Dr. Mentz vermutet wegen der mehrfach vorkommenden Formen mit der Silbe "ram" in den Namen das alte Wort "Widder", obwohl die Namensform Ramstete erst verhältnismäßig spät (1357) vorkommt.
  2. Prof. Brechenmacher sieht in dem genannten Ort die Wohnstätte oder Gründung eines Ruomo, also eines Mannes, der einen mit der Silbe "ruom" zusammengesetzten Namen trug. Diese Silbe, am häufigsten auftretend im Namen Rumbold, Rombold, bezeichnet den Begriff "Ruhm", der für die indogermanischen Völker und folglich auch für den Germanen besonders hoch stand.
  3. Dr. Hertel führt schließlich die Wortwurzel "ram" auf eines der beiden althochdeutschen Wörter "hraban - hrabo - hram" = Rabe oder "ranft" = Rand (Schildrand) zurück.

Der Gleichklang zwischen Orts- und Familienname lässt als frühestes Herkunftsgebiet den Landstrich zwischen Ilm und Saale vermuten, wo auch heute noch Träger des Namens ansässig sind.

Die frühesten Aufzeichnungen über Namensträger im thüringischen Stammgebiet finden sich laut Dr. Ramstedt an folgenden Stellen:

1218, 1256, 1284: Ranstede (Urkunden in den Staatsarchiven Dresden, Rudolstadt, Magdeburg).

1363: Sophna von Romstete, Nonne in Kapellendorf (Staatsarchiv Weimar).

1424: Conradus Ramstetis von Apolda (Matrikel der Universität Erfurt).

1448: Romstet (Brückenkopfrechnung im Ratsarchiv Jena).

1493: Andr. Ramestedt fr. de Hallis (Matrikel der Universität Leipzig).

1499: Hans Romstet (Rechnungsamt Jena).

1583: erste Erwähnung im Kirchenbuch von Sulzbach, Oberndorf und Herressen.

1588: erste Erwähnung im Kirchenbuch von Lehnstedt bei Weimar.

1647: Heinrich Ramstedt von Weimar, Student in Jena.

1655: Namensträger in Naumburg.

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts zahlreiche Rombstedt im Kirchenbuch von Weimar. Dem Gebiet um die Romstedtdörfer dürfte auch der 1629 in die Weimarer Bürgerschaft aufgenommene Christian Wilhelm Rombstedt entstammen, der 1647 Ratskämmerer und 1650 Stadtrichter in Weimar war. Der Kupferstecher Christian Romstedt (*1640 Weimar, 1721 Leipzig) ist sein Sohn. Er stach zahlreiche Porträts von Leipziger Gelehrten.

Dr. Ramstedt forschte auch zur Familie Remstedt in Niedersachsen, zu den im 13. Jahrhundert im Pommern auftretenden Kolonistenrittern Ramstedt und zu den für das 18. Jahrhundert in Skandinavien ermittelten Ramstedt. Einen Zusammenhang zu seiner thüringischen Ramstedt-Linie hat aber aber nicht feststellen können.

Außerdem ermittelte er mehrere Personen mit dem Namenszusatz "von", deren Herkunft er aber nicht klären konnte. Er nennt nachfolgende Personen (verkürzt):

- Hieronymus von Ramstett, oo Sofie Anna von Salis,
- Claus Helmerich von Ramstett, Generalmajor, oo Katharine Luise von Frese, 1648 in Besigheim/Württ., gefallen 14.06.1677 in der Schlacht bei Nörremmöinge [Norra Möinge, Schweden],
- Jean Adam Frhr. von Ramstett, 1677 bei den Dragonern des Regiments Graf Rantzau,
- Johann Adam Martin von Rambstedt aus Mainz, 1718 in Erfurt, 1720 in Jena immatrikuliert,
- Melchior Benedikt von Rambstedt, 1702 in Mainz,
- Major von Romstedt, erwähnt in Archenholtz' "Geschichte des Siebenjährigen Krieges".

Die Familie Ramstedt führt ein Familienwappen. Das Wappen ist angenommen nach einem 1925 im Staatsarchiv Magdeburg auf einer Urkunde festgestellten Siegelabdruck mit den Initialen J.G.R. und der Unterschrift "Johann Gordian Rambstedt", der am 13.12.1683 als Verwalter des Johanniterordenshofes zu Weißensee starb.

 

Meine Anmerkungen zu den Forschungen Dr. Ramstedts: Eine Verbindung meiner Vorfahren zu seinen habe ich bisher nicht ermitteln können. Aber es gibt mehrere auffällige Übereinstimmungen: Zum einen ist die Schreibweise seines Familiennamens in früheren Zeiten mit "o" verzeichnet, wie es auch bei meinen Ahnen der Fall ist. Zum anderen kommen seine Vorfahren aus Thüringen und er vermutet den Ursprung in den Dörfern Klein- und Groß Romstedt. Genau diesen Ursprung gibt auch die Namensberatungsstelle der Universität Leipzig im Gutachten zum Familiennamen Rumstedt an, das ich im Jahre 2006 in Auftrag gegeben hatte. Und denselben Ursprung gibt auch Hans Marquardt in seinen Aufzeichnungen an.

Vielleicht gehören unsere Familien also doch zusammen und ich habe die beweisenden Aufzeichnungen noch nicht gefunden.

Etwas erstaunt es mich, dass Dr. Ramstedt niemals die Schreibweise mit "u" erwähnt. Die Rumstedts haben anscheinend seinen Forschungsweg nie gekreuzt. Dies könnte aber durchaus daran liegen, dass die Schreibweise mit "u" noch seltener ist, als mit "a" und "o".

Auch in Schweden gibt es Rumstedts, und obwohl Dr. Ramstedt auch im Skandinavischen Raum geforscht hat, erwähnt er in seinen Schriften auch dort nur die Schreibweise mit "a".

Es bleibt abzuwarten, ob ich irgendwann eine Verbindung zu den Forschungen von Dr. Ramstedt finden werde.

 

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 31.05.2017

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